Das Bild

Heute fühle ich mich in etwa so verschlafen, wie die Welt draußen vor dem Fenster aussieht. Grau, weiß, aber doch mehr grau als alles andere, trotz der dünnen Schneeschicht, die sich über Nacht über alles gelegt hat. Es wird nicht richtig hell und auch die Entscheidung zwischen Regen, Schnee oder keinem von beiden scheint dem Wetter schwer zu fallen.

So ein Tag ist perfekt, um unter einer Decke zu liegen und endlich das Buch zu Ende zu lesen, an dem man schon seit über einer Woche liest. In meinem Fall Das Bild von Stephen King.

Die Geschichte von Rosie McClendon, die nach 14 Jahren in ihrer persönlichen Hölle einfach nicht mehr Rose Daniels sein möchte, ist hart, egal wie oft man sie hört. Und man kennt den Kern der Geschichte, dazu muss man das Buch nicht gelesen haben. Der brutale Ehemann, Geschichten darüber, wie sie die Treppe herunter gestürzt ist, Schmerzen, Angst, eine Fehlgeburt. Man versteht diese Frau, auch wenn die wenigsten sie wirklich verstehen können und man versteht auch, dass es nicht um eine Art Horror geht, die man aus der realen Welt aussperren kann, indem man das Buch in seinen Händen wieder zuschlägt.

Rosie trifft also eine Entscheidung und verschwindet – weit weg, nicht zur Polizei, denn ihr Mann Norman ist die Polizei. Aus seiner Perspektive schildern vereinzelte Kapitel, wie er sich auf die Suche nach seiner Frau begibt und wie ihm der eigene Verstand dabei immer mehr entgleitet.

Das titelgebende Bild Dreh- und Angelpunkt des übernatürlichen Elements, das die Geschichte auf der einen Seite zu etwas Außergewöhnlichen macht, aber auf der anderen Seite eben auch nicht unbedingt notwendig gewesen wäre, wie ich finde. Abgesehen von einer kleinen Durststrecke war das Buch ganz spannend geschrieben, also keines, das ich als Zeitverschwendung ansehen würde, aber trotzdem auch keines, bei dem ich viel verpasst hätte.

2 Gedanken zu „Das Bild

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