Ready Player One

Nach Jahren habe ich nun endlich auch mal Ready Player One von Ernest Cline gelesen. Der Name des Autors sagte mir erstmal gar nichts (obwohl ich dann gelesen habe, dass er am Drehbuch zum genialen Film Fanboys beteiligt war), aber das Buch wurde ja sehr gelobt und scheinbar muss man das gelesen haben, wenn man nur im Entferntesten sowas wie ein Nerd ist.

Für meine Verhältnisse war ich verdammt schnell durch das Buch durch, weil es einfach sehr gut geschrieben ist und unheimlichen Spaß macht, auch wenn es nicht sonderlich anspruchsvoll und die Geschichte alles andere als neu ist. Arme unterdrückte Minderheit kämpft in einer dystopischen Zukunft gegen einen bösen, beinahe allmächtigen Weltkonzern. Was das Buch so unterhaltsam und besonders macht, ist die Verpackung, in der diese Story daher kommt. Wo ich Die Tribute von Panem gerne als Battle Royale für westliche Teeniemädchen sehe, ist Ready Player One sowas wie Die Tribute von Panem für Nerds.

Da die reale Welt kaum noch schönes zu bieten hat, flüchten sich die meisten Menschen in die OASIS, eine virtuelle Welt, bestehend aus unzähligen Galaxien, wo es dank Lizenzeinkäufen der Betreiber eigentlich nichts gibt, das es nicht gibt. Kurz noch ein Laserschwert in der Star-Wars-Galaxie abholen, bevor man sich durch einen alten Spielhallenklassiker kämpft und am Sternentor über den fliegenden DeLorean schimpft, der sich vordrängelt? Kein Problem. (Bereits auf der ersten Seite wird Ghostbusters zitiert und da hatte mich das Buch schon.)

Der Schöpfer dieser Welt hat zu seinem Tod veranlasst, dass derjenige, der drei versteckte Schlüssel findet und die Aufgaben hinter den Portalen löst, die diese Schlüssel öffnen, sein gesamtes Vermögen erben soll. In bester One-Piece-Manier haben sich also alle möglichen Leute aufgemacht, dieses Easter Egg zu finden. Über fünf Jahre dauert es, bis der erste Schlüssel gefunden wird und eine kleine Gruppe von Einzelgängern und der Konzern IOI liefern sich einen erbitterten Wettkampf, um an dieses Erbe zu kommen.

Das alles ist wie bereits erwähnt nicht unbedingt neu und auch nur selten überraschend, aber es macht einfach Spaß. Die ganzen kleinen und großen Anspielungen auf die Popkultur der 1980er Jahre sind wahnsinnig gut eingesetzt und der Erzählstil aus der Perspektive des jungen Wade / Parzival wirkt sehr authentisch.

Ich habe in der letzten Zeit einige gute Bücher gelesen, aber keines, das mir auch so viel Spaß machte beim Lesen.

4 Gedanken zu „Ready Player One

  1. Ich hab das in drei Nächten durchgelesen, man will einfach immer weiter und wissen, wie es ausgeht. Das Buch macht wirklich Spaß 🙂 Mittlerweile gibt es von dem Autor ein weiteres, da sind die Kritiken aber weniger gut. Es scheint sich vieles aus dem ersten Buch zu wiederholen.

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    1. Das kann ich mir gut vorstellen. Das Buch war ja wirklich gut, aber eben storytechnisch nicht sonderlich originell. Wenn er bei einem solchen Stil bleibt, werden immer wieder solche Vergleiche angestellt werden.

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