Mortal Engines

2018 fand ich den Trailer zur Verfilmung zu Mortal Engines sehr cool. Den Film habe ich immer noch nicht gesehen, doch ich habe jetzt mal angefangen, Philip Reeves Buchreihe – Mortal Engines Quartet oder auch Hungry City Chronicles – zu lesen.

Worum geht es?

In ferner Zukunft, Jahrtausende, nachdem die Menschheit die Erde im 60-minütigen Krieg verwüstet hat, wagt sich die mobile Stadt London wieder in die Jagdgründe des ehemaligen Europas. In einer Stadt-frisst-Stadt-Welt muss der große Jäger Beute machen. Die erste Jagd seit Jahren ist ein großes Ereignis für die Einwohner, auch für den jungen Historiker-Gesellen Tom. Dieser darf während einer Strafarbeit nicht nur sein Idol und leitenden Historiker Thaddeus Valentine treffen, sondern kann ihm sogar das Leben retten.

Kurz darauf findet er sich allerdings mit der verhinderten Attentäterin Hester Shaw auf dem Erdboden wieder und schaut seiner Heimat hinterher, die weiter nach Osten reist. Hester und Tom müssen gemeinsam einen Weg zurück nach London finden und auf ihrer Reise auch ein gemeinsames Ziel für sich finden, während in der Stadt selbst böse Pläne immer mehr Gestalt annehmen und Geheimnisse aufgedeckt werden.

Was halte ich vom Buch?

Wie eingangs schon erwähnt, fand ich den Trailer zur Verfilmung toll. Da habe ich zum ersten Mal von Mortal Engines gehört. Das Buch erschien übrigens schon 2001 (die vierteilige Reihe war 2006 abgeschlossen). Wie schon im Trailer fand ich auch im Buch das Setting einfach toll. Sehr hanebüchen, aber die Idee gefällt mir. Das mobile London wird – vermutlich wie andere große Städte auch – von verschiedenen Gilden kontrolliert. Händler, die muss es ja schließlich immer geben. Navigatoren sind in einer leeren Welt, in der Städte herumfahren wohl auch logisch. Diese beiden Gilden sind in der Geschichte größtenteils unwichtig und werden eher am Rand erwähnt. Wichtig sind die Ingenieure und die Historiker. Vergangenheit und Zukunft. Die einen wollen die Vergangenheit bewahren und vielleicht sogar daraus lernen, die anderen wollen die Zukunft gestalten. Dazu bedient man sich auch gerne der Technologie, die die alte Zivilisation ausgelöscht hat. Besonders, wenn die Zukunft eine bewegte ist und es ein Feindbild wie die Anti-Traction-League gibt, Menschen, die immer noch in statischen Städten und Siedlungen leben. Auf dem Boden und so.

Die Welt in Mortal Engines ist also ganz interessant und nicht allzu kompliziert. Andere Autoren hätten (für eine andere Zielgruppe) sicher ganze Kapitel damit füllen können, wie die Städte überhaupt funktionieren, wie sie mit solch einem Tempo reisen können und und und. Ich bin froh, dass Philip Reeve nicht zu diesen Autoren gehört.

Aber wie sieht es mit den Figuren aus? Die sind, für einen Jugendroman, eher Standard, würde ich sagen. Aber das ist ja nichts Schlechtes. Ich mochte Hester Shaw und auch die Darstellung von Valentine, auch wenn er als Charakter nicht so toll war. Auch andere Figuren wie Shrike, Katherine oder Miss Fang waren glaubhaft geschrieben. Tom, allerdings … ja, Tom ist ein Sonderfall. Man versucht ihn zu töten: war bestimmt ein Versehen. Seine Verfolger, die ihn in die Sklaverei verkaufen wollen, stürzen verwundet: ich sollte zurückgehen und schauen, ob sie in Ordnung sind. Man versucht ihn wieder zu töten, er ist aber schneller: oh nein, es wäre besser gewesen, ich wäre gestorben, anstatt ein Mörder zu sein.

Ja, ist ja gut, wir haben es schon am Anfang verstanden: Tom ist der kleine gute Junge. Er ist naiv, nicht gerade positiv beeinflusst von all dem, was man ihm in London beigebracht hat und er ist feige. Aber er hat das edle Herz eines Löwen und ein ausgeprägtes Gespür für Recht und Unrecht. Die Art Held, die zu solchen Geschichten passt, mag er ja sein, aber durch seine Gewissensbisse, die auch jedes Mal wieder erwähnt wurden, war er auch eine Figur, der ich am liebsten ständig an den Kopf geschlagen hätte.

Abgesehen davon fand ich das Buch wirklich gelungen und hatte meinen Spaß damit. Das Ende ist aber wohl Geschmackssache. Man könnte sagen, der gute Mr. Reeve hätte es sich einfach gemacht, indem er ein Ende geschrieben hat, das man wirklich in jede Richtung fortsetzen kann. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht und werde weiter berichten xD

 

Mortal Engines // Philip Reeve // Young adult, Steampunk // 2001

Bleib doch noch ein bisschen

Es ist kalt und regnet

Dort hinter dem Fenster

Da draußen in dieser »Welt«

Bleib doch noch ein bisschen hier

Bleib doch noch ein bisschen hier bei mir

Denn hier bei dir kann ich ich sein

und mit dir, hier bei mir, sind du und ich so viel mehr als nur wir

Also bleib doch noch ein bisschen hier

Hier, wo die einzigen Regentropfen salzig schmecken

und heißer Atem die Kälte vertreibt

Wir können reden, wenn du magst

schweigen, wenn du musst

Die Welt da draußen hat nichts zu bieten, denke ich mir

Hier drinnen bist du alles, was ich brauche

da draußen bin ich nicht mehr als eine Erinnerung

Bleib doch noch ein bisschen. Mit mir.

Es geht weiter. Mal wieder.

Zwar nur bis 31.12.2020, aber immerhin. 11 weitere Monate, um die ich mir keine Sorgen machen muss. Und so oder so hatte ich ja vor, mir einen neuen Job für Ende 2020 zu suchen. Ich bin gerade sehr erleichtert, auch wenn das vielleicht in meinem Organismus noch nicht ganz angekommen ist. Vermutlich spielt da irgendein Glückshormon gerade noch Türsteher.

Wenn dann die Erleichterung da ist und die Unsicherheit und der daraus resultierende Stress der letzten Monate verschwunden ist, kommt dann der neue Stress, der aus der veränderten Situation entsteht. Meine Kollegin hat einen neuen Job, ich werde also allein hier sitzen. Es werden Anpassungen erwartet, die ich für wenig realistisch halte und mit der Laufzeit bis Dezember anstatt bis Januar bin ich darauf angewiesen, dass andere Stellen ihren Job ausnahmsweise ohne Fehler oder Verzögerungen machen. Das wäre dann beim fünften Durchgang das erste Mal, ist also nicht sehr wahrscheinlich.

Aber heute, liebe Leute, ist das alles egal. Heute bin ich einfach nur froh und auch wenn ich mich gerade nicht auf irgendetwas konzentrieren kann, um die Euphorie produktiv zu nutzen, geht es mir einfach gut.

Planung ≠ Ausführung – Nachtrag

Es läuft. Ich habe mir meine Gedanken gemacht und heute angefangen, Kapitel 37 zu schreiben. Erst einmal etwas mehr als eine Seite. Wie so oft war danach die Luft raus, weiß der Geier, woran das liegt. Aber ich weiß, wie es weitergehen wird und bin immerhin am Ende einer Szene und nicht mitten im Absatz ausgestiegen.

Auch andere Sachen nehmen ganz ganz langsam Form an. Ich habe einige Fotos gemacht, die aber alle für die Katz sind. Stattdessen habe ich aus einem älteren Bild ein paar Vorlagen für einen Blog Header gemacht. Ich habe auch noch andere Ideen für Fotos, die ich in dieser Woche mal noch angehen möchte.

Die Seiten zu Datenschutz und Impressum werde ich wohl nochmal überarbeiten und ich denke auch darüber nach, meinen Beiträgen zu Büchern etwas mehr Struktur zu verpassen. Schaden kann es jedenfalls nicht.

Beitragsbilder sind nach wie vor etwas, das mir im Kopf herumspukt und auch wenn ich mich noch nicht konkret für etwas entschieden habe, denke ich, dass ich nicht für jeden Beitrag ein Foto brauche. Ein Bild pro Kategorie erscheint mir allerdings auch zu wenig. Ich überlege also, wie ich verschiedene Bilder zu einem Thema nutzen kann. Dabei muss ich beachten, wie oft ich in der Vergangenheit ein entsprechendes Thema bedient habe und ob es nicht zu unübersichtlich wird, wenn sich die Bilder zu schnell oder zu oft wiederholen.

Nun gut, ich packe meine halbgaren Ideen mal wieder ein und verziehe mich in die Gedankenwerkstatt. Ach ja, morgen wird die Entscheidung bezüglich des Projekts (und damit auch meiner Arbeitsstelle) verkündet. Man darf gespannt sein.

Die Dame vom See

Der letzte Band von Andrzej Sapkowskis Geralt-Saga beginnt für Cirilla von Cintra mit der Flucht vom Regen in die Traufe, mit der auch Der Schwalbenturm endete. In einer Welt der Elfen gefangen, findet sie alte Bekannte und neue Verbündete, die ihr bei einer Flucht durch Orten und Zeiten beistehen.

Geralt ist mit seinen Gefährten derweil im märchenhaften Reich Toussaint angekommen und geht dort mehr oder weniger Pflichtbewusst dem Hexerberuf nach, während er mal wieder seiner Schwäche für Zauberinnen erliegt. Doch das schöne Toussaint kann den Hexer nicht ewig halten, denn es gilt Rache zu üben und die Familie zu retten.

Während Nilfgaard und die nördlichen Königreiche sich weiterhin bekriegen und auch die Abgesandten und Geflohenen aus dem Tempel der Melitele ihren Teil an Ruhm und Verlust ernten, sind scheinbar alle auf dem Weg zu Vilgefortz‘ Versteckt, um allem ein Ende zu bereiten.

Nach diesem »Ende« folgen allerdings noch drei Kapitel, die deutlich machen, wie Naiv der Glaube an ein Ende sein kann. Alles, besonders der Anfang des Buches, wird rückblickend aus der Zukunft betrachtet. Nimue, die das böse der Ende der Legende um Geralt, Yennefer und Ciri nicht akzeptieren will, geht der Vergangenheit mit Hilfe einer Adeptin auf den Grund, die die Wahrheit in ihren Träumen sehen kann.

Der Abschluss der Geschichte um den Hexer Geralt war wieder sehr spannend, hatte allerdings – wie schon der Vorgänger – seine Längen. Alles in allem war es aber ein super Buch mit ein paar sehr schönen und auch emotionalen Szenen.

Am Ende erwartet einen vielleicht nicht unbedingt ein Happy End, doch es ist ein passendes Ende. Etwas endet, etwas beginnt.

Planung ≠ Ausführung

Ein Kapitel trennt mich noch vom Ende des vierten Teils meiner Geschichte. Wie gewohnt habe ich die Kapitel kurz mit ein paar Sätzen skizziert, als ich den Teil geplant habe, weiß also grob, was geschehen soll. Problematisch sind wie immer die Details.

Das nächste Kapitel birgt das Potential, einen Charakter zu mächtig werden zu lassen. Damit wäre die Vorbereitung auf das Finale (Teil fünf) und ebendieses Finale (Teil sechs) an sich hinfällig. Ich muss mir also genauer überlegen, was geschehen soll und das Kapitel nicht unbedingt so schreiben, dass die Figur nicht zu mächtig wird, sondern vielmehr so, dass dem Leser nicht vollends klar wird, wie mächtig sie ist oder sein könnte.

Es muss einfach ein Ende sein, auf dem man für den nächsten Teil noch aufbauen kann, der noch Steigerungen und Wendungen erlaubt. Darauf wird dann die Planung für Teil fünf basieren, die ich gerne noch in diesem Jahr abgeschlossen hätte. Ich bin gespannt, welche Ideen mir im Laufe des Tages kommen werden und wie Kapitel 37 am Ende aussehen wird.

Update [1949]

Nun gut, das Wochenende steht vor der Tür und ich könnte mal wieder festhalten, was jetzt jeweils so Phase ist, denke ich.

Die Familie: Der Anfang der Woche war für die Liebste und mich ziemlich hart, weil das Kind einfach anstrengend war. Ein etwas verfrühter Stillstreik oder sogar Krankheit waren als Theorie aufgekommen. Nach einer Begutachtung durch die Hebamme und eine Osteopathin waren sich alle einig: Kerngesundes Baby, das einfach schon sehr früh, sehr aufmerksam und neugierig ist und durch Entwicklungsschübe und die eigene Neugier überfordert ist. An sich wunderbar, macht es aber für die Eltern auch nicht einfacher.

Es gab dann noch gute Ratschläge, was man vielleicht probieren könnte, um die Kleine zu beruhigen, wovon wir 90 % schon längst mehr oder weniger regelmäßig anwenden. Manche Babys wollen die Welt einfach nur brennen sehen xD

Der bald-vielleicht-nicht-mehr-aber-hoffentlich-schon-noch Job: Heute (Freitag!) wurde uns mitgeteilt, dass nächsten Mittwoch die Sitzung ist, in der dann entschieden wird, ob unser Projekt (ab Februar) fortgeführt wird oder nicht. Eine Entscheidung, die uns für Anfang Oktober zugesichert wurde. Sollte die Entscheidung positiv ausfallen, ist allerdings noch lange nicht alles in trockenen Tüchern.

2018 wurde die Entscheidung im März gefällt. Mitte Januar gab es dann die Arbeitsverträge. Ganz so viel Zeit haben wir dieses Mal leider nicht. So oder so, ich werde mich bei dieser Sitzung zusammenreißen müssen, wenn auch nicht ganz so sorgfältig wie sonst.

Die Überarbeitung des Blogs: Tja, hier herrscht wieder stillstand. Mehr oder weniger Ideen sind da. Fotos anstatt Grafiken. Grobe Vorstellungen von Motiven und Schriftzügen habe ich sogar auch schon. Auch die Idee, das alles zum Jahreswechsel durchzuziehen, hält sich wacker, allerdings muss ich schauen, wie ich es zeitlich schaffe mit dem Fotografieren und bearbeiten der Bilder und der weiteren Planung.

Die unendliche Geschichte a.k.a. mein Roman: Tatsächlich bin ich recht zufrieden damit, wie es aktuell läuft. In dieser Woche habe ich zwei Kapitel geschrieben. Zwei kurze und vermutlich nicht sonderlich gute Kapitel, aber sie sind geschrieben. Beim Schreiben gingen mir verschiedene Gedanken an die Überarbeitung durch den Kopf, die ansteht, wenn die komplette Geschichte mal geschrieben ist und diese Vorstellung – Kapitel für Kapitel durchgehen, Charakteren und Orten den letzten Schliff verpassen, Löcher in der Handlung füllen oder die Story straffen – hat mir beim Schreiben geholfen.

Ich schreibe, versuche unterzubringen, was in dem Kapitel meiner Meinung nach geschehen muss. Die Frage, ob es an dieser Stelle der Geschichte wichtig oder richtig ist, ob nicht noch Informationen fehlen oder ob nicht einige Füll-Details zu viel oder zu wenig sind, stellt sich jetzt nicht. Diese Fragen muss sich mein Zukunfts-Ich stellen, wenn es eine »fertige« Geschichte vor sich hat, die es ins Reine zu schreiben gilt. Im Prinzip ist das nur eine kompliziertere Art und Weise, sich selbst zu sagen, dass es vorerst nur ein Entwurf ist, aber es funktioniert und nur darauf kommt es an.

Die Gesundheit: Alles wie gehabt, würde ich sagen. Mein Rücken tut manchmal immer noch ziemlich weh, ausgehend von einem nervigen Punkt neben der Wirbelsäule, wo die Muskulatur verhärtet ist. Es ist allerdings schon viel besser, auch wenn ich nicht mehr regelmäßig dazu komme, meine Übungen zu machen.

Mein Ohr rauscht fröhlich weiter, immer mal wieder und manchmal so lange, dass ich es erst richtig bemerke, wenn es plötzlich aufhört. Eine spürbare Beeinträchtigung beim Hören nehme ich immer noch nicht wahr, wofür ich dankbar bin. Dafür merke ich – besonders abends, wenn ich ohne Brille im Bett liege und lese – dass ich im nächsten Jahr wohl dringend nochmal einen Sehtest machen sollte.

Der Rest: Viel Rest gibt es da eigentlich nicht. Ich lese jetzt den letzten Band der Geralt-Saga und muss mir langsam mal überlegen, was ich danach lesen werde. Ein bisschen schiele ich ja auf Mortal Engines, mal sehen.

Ansonsten gibt es nicht viel zu erzählen. Dadurch, dass die Kleine noch so viel Aufmerksamkeit fordert, wird zuhause weniger gezockt und eigentlich gar keine Serien oder Filme mehr geschaut zur Zeit. Das begünstigt definitiv die Lese-Zeit, ist also nichts Schlechtes. Allerdings leidet ja praktisch alles darunter, was sonst so zuhause getan wird, das ist nicht immer so toll. Am Wochenende wollen wir mal nach langer Zeit nochmal Smash Up! spielen. Wir werden wohl nicht die ganze Zeit über gemeinsam am Tisch sitzen können, aber egal.

Das soll vorerst genügen. Sonderlich viel mehr gibt es wohl wirklich nicht zu erzählen, bzw. will ich euch die Details zu Kopfkino und entsprechenden Träumen ersparen xD Vielleicht komme ich aber ja am Wochenende dazu, noch irgendetwas zu erledigen, dass es wert ist, davon zu berichten. Euch wünsche ich also ein schönes und mir ein produktives Wochenende!

Der Schwalbenturm

Das Ende der Geralt-Saga von Anrzej Sapkowski rückt immer näher. Im dritten von vier Bänden, Der Schwalbenturm, verfolgen Geralt, Ciri und Yennefer unabhängig und weit getrennt voneinander ein gemeinsames Ziel: Die jeweils anderen lebend wiederzusehen. Alle wählen sie dafür mal einen Weg der Rache, mal einen der Sühne. Und alle müssen sie herbe Rückschläge einstecken.

Ciri landet beim Einsiedler Vysogota, dem sie ihre Geschichte erzählt, während Geralt auf der Suche nach den Druiden, die ihm helfen sollen, wie immer auf heftige Gegenwehr stößt. Yennefer hingegen verfolgt ihr Ziel mit Hilfe der Magie.

Die Geschichte wird aus verschiedensten Blickwinkeln und in vielen Rückblicken erzählt, was – bei den wenigen Rezensionen, die ich überfolgen habe – stark kritisiert wurde. Das Buch sei das schwächste der Reihe und viel zu verworren, hieß es da unter anderem. Meine Meinung dazu ist ein klares: Jein. Es ist hin und wieder verworren, ja, das Buch hat auch seine Längen, aber eben im Vergleich zu den anderen Büchern. Es ist immer noch kurzweilig und sehr gut geschrieben bzw. übersetzt. Die verschiedenen Blickwinkel, zum Beispiel eine Erzählung Ciris, eine Zeugenaussage vor Gericht oder später dann die Erinnerungen des Zeugen in der Zelle, fand ich persönlich super umgesetzt. Es wirkte auf mich auch nicht übertrieben, sondern genau passend. Und die erwähnten Längen zogen sich hier über Seiten oder Szenen, nicht ganze Kapitel, wie in manch anderen Büchern.

Also ja, verglichen mit den Kurzgeschichtenbänden und den vorangegangenen Romanen, sticht Der Schwalbenturm etwas hervor. Dieses Anderssein im Vergleich zur übrigen Reihe mag nicht jedem gefallen, macht aber diesen Band in meinen Augen noch lange nicht zu einem schlechten Buch. Und wer die ersten drei Bücher gelesen hat, will doch sowieso wissen, wie es weitergeht, oder?

Heute reduziert: Die Konzentration

Die Konzentration hat heute wohl ihren freien Tag. Vielleicht auch unfreiwillig. Ich wollte eigentlich weiter schreiben und Kapitel 36 womöglich abschließen, doch daraus wurde bisher nichts.

Die letzte Nacht war an sich ruhiger als die Nächte zuvor, doch gefühlt war ich sehr oft wach. Einmal lag ich auch noch recht lange im Bett und fuhr Gedankenkarussell, bevor der Schlaf mich endlich wieder einlullte. Irgendetwas in mir drin und ein sehr konkretes Etwas an mir dran lenkten Gedanken und Träume in eine ganz bestimmte Richtung. An sich nicht schlimm, da auch hier Ideen für eine Geschichte Form annahmen.

Da ich aktuell aber zuerst noch an einer anderen Geschichte arbeiten will, ist das nicht unbedingt förderlich heute. Auch das Lesen hat bisher heute nicht sonderlich gut geklappt, aber das wird noch. Der Schwalbenturm werde ich heute noch fertig lesen, da bin ich mir sicher. Morgen gibt es dann dazu einen kurzen Beitrag.

Der innere Grinch sagt…

Die Weihnachtszeit – also sie Zeit von Ende Oktober bis Anfang Januar – steht ja in wohlhabenden Gesellschaften allgemein im Zeichen des Konsums. Ein Sale jagt den nächsten und urplötzlich braucht man ja auch einfach alles.

Die Zeit, die einem die alte Uhr anzeigt, passt einem nicht mehr, also muss eine neue her. Das Gäste-WC ist der einzige Raum in Haus, wo noch kein Flatscreen hängt und eigentlich auch zu klein? Egal, der kleine gemütliche 70-Zöller ist im Angebot, der muss gekauft werden. Nicht zu vergessen all die Freunde und Familienmitglieder, denen so essentielle Dinge im Leben fehlen wie Eierkocher oder neuer Pürrierstab mit eingebautem Korkenzieher oder die dritte Instant-Kaffeemaschine mit dem vierten Pad-, Kapsel-, Tütchen- oder Pillensystem.

Einer der Vorteile eines kaum existenten Soziallebens ist, dass es wesentlich einfacher ist, sich als solchen Konsumkonstrukten herauszuziehen. Den Liebsten werden Dinge geschenkt, die gebraucht werden oder die sie sich wirklich wünschen. Dann wenn sie gebraucht oder gewünscht werden. Zu Weihnachten eher selten. Die vorangegangenen Generationen sind eher noch Verfechter von sinnlosen Geschenken, weil es ja um das Schenken an sich geht. Die bekommen in diesem Jahr Bilderrahmen gefüllt mit Bildern des Nachwuchses. Wenig originell, nicht unbedingt nützlich, sehr passend.

Wie sieht es aber mit mir selbst aus? Früher habe ich mir selbst sehr gerne etwas gegönnt. Ich war auch fürchterlich empfänglich für alle möglichen Arten von Aktionen in Elektronikmärkten oder bei Amazon. 10 CDs für 50 €? 5 Blu-Rays für 20? Shut up and take my money! Heute ist das nicht mehr so. Am Black Friday zum Beispiel gab es einen Trockner, weil der Alte dabei ist, zu sterben. Dazu, wie bereits erwähnt, The Witcher 3, bezahlt mit Guthaben, das ich über das Rewards-Programm erhalten habe. Gestern, zum Cyber Monday, war die Stargate DVD-Box im Angebot, die ich schon lange haben will. Zehn Staffeln + zwei Filme, eine meiner absoluten Lieblingsserien. Ich habe sie nicht bestellt. Das Geld hätte ich, keine Frage, aber die Zeit … ich würde so bald eh nicht dazu kommen, die Serie nochmal zu schauen. Zumal die Liebste wohl nicht mitschauen würde.

Auch andere Sachen warten noch auf Wunschlisten oder sind vorgemerkt, größtenteils Superheldenfilme oder Serien. Aber auch ein neuer Laptop (sehr teuer), Reizwäsche, Röcke, Kleider (billig bis sehr billig, größtenteils auch günstig), Spiele oder Musik. Bücher natürlich auch. Für vieles fehlt die Zeit, es richtig zu genießen, also muss es auch noch nicht gekauft werden, selbst wenn es im Angebot ist. Denn Angebote kommen immer wieder und werden meist nur besser mit der Zeit.

Wenn ich also zu Themen Minimalismus oder Bewusster Konsum die jährlich wiederkehrenden Clickbait-Überschriften sehe, in denen gefragt wird, wie das zur Weihnachtszeit funktioniert, kann ich nur den Kopf schütteln. Mein Minimalismus ist doch zu Weihnachten derselbe wie im restlichen Jahr auch. Brauche ich es aktuell nicht, wird es nicht gekauft. Fertig.