Langes Wochenende

Ich habe mir heute schon frei genommen und somit dank Ostern ein richtig schön langes Wochenende. Freitag und Samstag werden die Liebste und ich zwar viel unterwegs sein, aber danach können wir hoffentlich etwas entspannen. Heute ist sie mit ihrem Vater beim Arzt, bevor es dann nachher noch zum Standesamt geht. Nein, wir heiraten nicht xD Aber nachdem wir nun schon beim Jugendamt waren wegen des Kindes, muss auch auf dem Standesamt noch die Sache mit dem Namen geklärt werden.

Ich habe die Zeit heute Morgen genutzt, um sauber zu machen. Aber damit ist man nun mal irgendwann fertig und dann sitzt bzw. steht man da und merkt, wie einsam man sich manchmal fühlt, wenn man allein ist. Seit Wochen war ich nicht alleine zuhause, jedenfalls nicht länger als zwei Stunden und da habe ich dann ständig gezockt, bis die Liebste wieder in der Tür stand. So ohne Ablenkung war das dann heute doch ein sehr unangenehmes Gefühl. Ein Gefühl, das mich veranlasst hat, einem alten Freund zu schreiben, von dem ich seit einem halben Jahr nichts mehr gehört hatte. Das hat mich ziemlich belastet und es tat gut, mir mal einiges von der Seele zu schreiben. Jetzt versuchen wir, einen Termin zu finden, wann wir uns mal treffen können und wenn das wirklich klappt, würde ich mich sehr freuen.

Aber jetzt muss ich irgendetwas tun, also setze ich mich hin und spiele weiter Super Metroid. Das Spiel ist 25 Jahre alt und ich habe gestern erst damit angefangen. Solche Sachen muss ich nun nachholen, solange ich noch die Zeit dafür habe xD

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Die unheimliche Bibliothek

Wieder eine Kurzgeschichte von Haruki Murakami, die mit Bildern von Kat Menschik versehen ist.

Es geht um einen Jungen, der im Keller einer Bibliothek einen abstrusen Horror durchlebt und dabei unter anderem auf den Schafsmann trifft, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Im Original gibt es wohl schon eine illustrierte Fassung, die wesentlich bunter und niedlicher daherkommt. Die deutsche Fassung ist wesentlich düsterer gehalten und optisch zumindest für mich ansprechender. Beide Stile passen zur Geschichte an sich, wobei das Bunte und Fröhliche mehr zur Sprache im Buch passt, die doch recht einfach und kindlich wirkt. Das wiederum passt zur Erzählperspektive des Jungen, ist also kein wirklicher Grund für Kritik.

Persepolis erhebt sich

30 Jahre sind seit dem Untergang der Freien Raummarine vergangen und es sind neue Strukturen entstanden. Eine Erde-Mars-Koalition, kurz EMK und eine Handelsgewerkschaft sind bemüht, die Menschheit, die sich hinter den über 1300 Toren verstreut hat, zu versorgen und gerecht zu behandeln. Die ganze Menschheit? Nein, denn in einem kleinen Dorf hinter einem dieser Tore kocht jemand sein eigenes Süppchen.

Winston Duarte, seines Zeichens abtrünniger Soldat der RMMR und nun Hochkonsul von Laconia, hat die vergangenen Jahrzehnte genutzt, um eine Vision zu verfolgen. Ein Reich, dem jeder einzelne Mensch angehört und das für die Ewigkeit gemacht ist, unter der Führung eines großen Visionärs. Zugegeben, das ist nicht sonderlich originell, doch der technische Fortschritt, der sich hinter dem Laconia-Tor vollzogen hat, macht es doch etwas vorstellbarer. Und wo könnte man – im Sinner kosmischer Zufälle – besser den ersten Schritt in diese neue Zukunft machen, als auf der Station, auf der die Crew der Rosinante auch gerade eine neue Zukunft beginnen will?

Der Zeitsprung von ganzen 30 Jahren hat mich ehrlich gesagt am Anfang ziemlich gestört. Aber die Fortschritte, die Duarte und seine Männer erzielt haben, brauchten ihre Zeit. Diese neue Bedrohung führt dann wohl langsam zum Finale hin, was ich wirklich gut finde. Persepolis erhebt sich war wieder ziemlich spannend und ich ärgere mich jetzt schon, dass es noch so lang dauern wird, bis der nächste Teil auf Deutsch erscheint. Bis dahin werde ich mir aber mal noch die Serie anschauen.

Am Ende ist es immer dasselbe

Da ist dieses Jucken
Hinten in meinem Verstand und tief in meinem Herzen
Dieses Jucken, das man nicht wegkratzen kann
Stattdessen kratzt eine Feder auf Papier

Ich schreibe von Versprechen und Enttäuschungen
über Geheimnisse und Hoffnungen
Von Monstern und Ungeheuern in Menschengestalt
Lächeln, Tränen, jauchzende Freude
Ich erzähle von Liebe, Leben, Trauer und Tod

Aber egal, worum sich eine Geschichte auch dreht
am Ende schreibe ich doch wieder nur über dich und mich
und alles, was dazwischen hätte sein können

Geschenke … Aaaah!

Der Geburtstag der Liebsten steht vor der Tür und meine Mutter ruft an, um sich nach einem geeigneten Geschenk zu informieren. Schön, dass sie sie mag. Schön, dass sie sich Gedanken macht. Weniger schön, dass sie mir das Gefühl gibt, nutzlos zu sein, weil ich selbst keine Idee habe. Das ist mit Sicherheit nicht ihre Absicht und nur in meinem Kopf entstanden, aber das Gefühl ist nun mal da, wenn auch nur für einen kurzen Moment.

Denn wie soll ich ihr denn auch begreiflich machen, dass wir alles haben, was wir brauchen? Zumindest im Moment. Kerzen, Duftöle, Yogi-Tees, kleine Deko-Figürchen … der ganze Krempel, den sie sonst so verschenkt, wollen wir einfach nicht. Meiner Mutter kann ich leider auch nicht sagen, sie soll einfach auf der Amazon-Wunschliste schauen, da sie technisch so begabt ist wie ein durchschnittliches Baguette. Bleiben also noch Gutscheine. Für viele vielleicht der Opel unter den Geschenken, aber ganz ehrlich: Wenn ihr nicht wisst, was ihr jemandem schenken sollt, gebt der Person doch wenigstens die Chance, sich selbst etwas zu kaufen, das ihr Freude bereitet.

Was die Idee für mein Geschenk anbelangt: Klar könnte ich auf die Wunschliste schauen. Alles in den Einkaufswagen packen und auf Bestellen klicken. Kommt mir aber auch irgendwie blöd vor. Da sind viele Spiele, auch einige, die ich selbst gerne mit ihr spielen würde. Aber zum Ende des Jahres erwarten wir noch Tainted Grail, das uns eine ganze Menge Geld gekostet hat und wir werden dafür schon keine Zeit haben, wie es aussieht.

Ab Oktober werden wir zu dritt sein und dann sind andere Dinge wichtiger. Also ist es jetzt umso wichtiger, der Liebsten eine Freude zu machen und ihr nicht nur etwas zu schenken, das dann eigentlich ein Geschenk für das Baby ist. Allerdings will mir einfach nichts einfallen. Schenken um des Schenkens willen ist aber auch blöd und sollte eigentlich nicht unterstützt werden, finde ich. Die Liebste kriegt von mir, was sie will und wann sie will (außer Salami – der Reiz des Verbotenen und so xD). Trotzdem habe ich dieses irrationale Verlangen, ihr etwas zu schenken, wenn sie Geburtstag hat. Sie hat das umgekehrt genauso, also ist das in Ordnung, nur hat sie irgendwie immer mehr Glück bei der Geschenkesuche xD

Nach dem Beben

Knapp 15.000 Verletzte und über 4.000 Tote gab es nach dem Erdbeben in Kobe im Jahre 1995 zu verzeichnen. Haruki Murakami schrieb sechs Geschichten über Menschen, die nicht dabei gewesen sind. Doch kurz nach diesem Beben geht auch durch ihr Leben ein Ruck und Dinge sind im Umbruch.

Die einzelnen Erzählungen sind recht kurz gehalten, aber typisch Murakami. Jazz, (passive) Liebe, verpasste Gelegenheiten und natürlich dieses kleine Bisschen Phantastik. Insgesamt gefielen mir alle Geschichten in Nach dem Beben, doch besonders mochte ich die letzten drei: »Thailand«, »Frosch rettet Tokyo« und »Honigkuchen«. Trotzdem empfehle ich das ganze Buch, schließlich ist man schnell durch und es lohnt sich in meinen Augen.

The Stand – Das letzte Gefecht

Endlich bin ich mit diesem Buch auch durch. Es hat mich nicht gelangweilt oder so, aber es hat genervt, dass ich so lange dafür gebraucht habe. In letzter Zeit ist einfach meine Konzentration nicht das, was sie sein sollte. Aber worum geht es überhaupt?

»Projekt Blau« nennt es die Regierung, »Captain Trips« ein Großteil der Bevölkerung. Beide meinen damit eine Supergrippe, ein Virus, das derart aggressiv und anpassungsfähig ist, dass es innerhalb eines Sommers schätzungsweise 99% der Bevölkerung auslöscht. Die Überlebenden sind verwirrt, hilflos und fragen sich, wie es weitergeht. In ihren Träumen sehen sie eine Zuflucht, sie werden gerufen und sie machen sich auf, diesem Ruf zu folgen. Die Angst vor dem anderen Teil ihrer Träume treibt sie dabei zusätzlich an. Manche ziehen los und suchen Mutter Abagail, das personifizierte Gute, während andere sich ihrem Gegenspieler anschließen. Dieser hat viele Namen, doch die meisten kennen ihn als Randall Flagg oder den dunklen Mann. Wiederaufbau gegen Zerstörung, Gut gegen Böse, Leben gegen Tod.

Dieser Konflikt schwebt über allem in dieser Geschichte und Stephen King spendiert seinen Charakteren sehr detaillierte Handlungsstränge, um so auch die vielen kleinen Konflikte zu beleuchten, die jeder mit sich selbst und den Menschen um sich herum austragen muss. Das ist wirklich verdammt viel, doch mir gefiel es wirklich gut. Randall Flagg und die von Captain Trips ausgelöschte Welt kannte ich schon aus dem Dunkle Turm-Zyklus, aber ich fand es auch toll, die ganze Geschichte dahinter endlich mal zu lesen. Ebenso finde ich super, dass King hier praktisch schon die Grundsteine für sein miteinander verbundenes Multiversum gelegt hat.

Dennoch werde ich als nächstes wieder etwas kürzeres lesen xD

Captain Marvel

Gestern endlich mal noch Captain Marvel gesehen. In der 4. Woche lief er dann jetzt auch endlich mal in 2D hier in der Gegend, sodass wir nicht bis nach Saarbrücken fahren mussten.

Als jemand, der absolut nichts über die Figur Captain Marvel weiß, bis auf diese Shazam!-Anekdote und etwas mit Mar-Vell, habe ich nicht viel vom Film erwartet. Kindgerechte Action und Scherze und eine Erklärung dafür, dass Nick Fury bis zu seinem Ende gewartet hat, um diesen kosmischen Pager zu benutzen. Die Geschichte, wie er sein Auge verliert hat mich gar nicht interessiert. Und was soll ich sagen? Ich wurde fast nicht enttäuscht.

Der Film folgt der Kree-Kriegerin Vers, die als Teil einer Starforce-Einheit in einen Hinterhalt der Skrulls gelockt wird und schließlich eine heiße Spur zur Erde verfolgt. Wer jetzt denkt »Wie bitte hä?« muss nur so viel wissen (wird in den ersten paar Minuten erklärt, ist also kein wirklicher Spoiler): Kree und Skrulls befinden sich im Krieg und irgendwie stöbern die Skrulls in Vers‘ Erinnerungen rum und stoßen so auf Hinweise auf die Erde. Also wird der Plot hierher verlegt und hier trifft die hitzköpfige Vers dann auf den jungen Agent Fury. Die Suche nach der Wahrheit und der Kampf gegen die Bösewichte ist dabei in Marvel-Manier ganz unterhaltsam ohne zu viel Tiefgang.

Die Einbettung eines 1995 spielenden Films in das schon bestehende MCU gelang anscheinen ganz gut, auch wenn mich einige Kleinigkeiten gestört haben, die zwar nicht gravierend sind, aber eben auffallen. Dass an allen Ecken immer wieder darauf hingewiesen wird, dass man sich in den 90ern befindet, ist vielleicht ganz ulkig, wirkt aber auch sehr aufgesetzt. Insgesamt ist Captain Marvel bestimmt nicht mein Lieblingsfilm des MCU, aber sicher kein schlechter Film. Für mich als Fan von Comicverfilmungen. Wie es sich für Comic-Fans verhält, kann ich nicht beurteilen, und mit den Arthouse-Cineasten will ich gar nicht erst anfangen.

Ein oder zwei Dinge noch, die nicht direkt etwas mit dem Film zu tun haben: Mir geht es tierisch auf den Keks, dass es so wichtig ist, jetzt überall hervorzuheben, dass es endlich mal einen Film mit einer starken Frau in der Hauptrolle gibt. Nicht nur, dass es dasselbe Geschwätz schon bei Wonder Woman gab, es war zudem damals schon falsch. Was heißt hier endlich? Ellen Ripley, Sarah Connor, Lara Croft, Buffy Summers (auch wenn hier die Serie besser war, als der Film), gerne auch Tank Girl, um noch eine Comic-Verfilmung anzubringen … es gibt starke Frauen in Hauptrollen. Nur früher war es eben nicht notwendig, wegen jeder Kleinigkeit ein Fass aufzumachen. Und so wird Captain Marvel für mich einfach nur ein Superheldenfilm bleiben und kein Symbol des modernen Feminismus, ebenso wie Ace Ventura eine Komödie und kein Machwerk des Hasses von alten weißen transphobischen Männern. Aber wenn man sich aufregen will…

Nach dem Resturlaub

Die erste Arbeitswoche nach dem Urlaub neigt sich dem Ende zu. Meine Gedanken sind nach dem wirren Mittowch wieder bei einer einigermaßen nachvollziehbaren Geschwindigkeit angelangt und ich habe auch die Blutspende am Mittwoch gut überstanden. In acht Wochen gehe ich also nochmal hin, habe ich mir vorgenommen.

Ansonsten war ich sogar halbwegs produktiv. Ein Bericht wurde aktualisiert, ich habe Kapitel 32 fertig geschrieben und mit 33 angefangen, ebenso habe ich viel gelesen und war spazieren. Das Wetter ist schön und ich fühle mich heute richtig gut. Nach dem Friseurtermin am Nachmittag werde ich mich noch ein Stückchen besser fühlen und wenn dann auch noch das Haus geputzt wurde, kann ich anfangen, das Wochenende zu genießen. Videospiele, Stoffladen, Spieleabend, Kino, selbstgemachtes Eis … Hach, ich freu mich schon.

GedankenGedankenGedankenGedanken

Heute bin ich sehr unruhig und meine Gedanken springen ständig hin und her. Da fahre ich morgens ins Büro und bin in Gedanken noch bei den Sexträumen der letzten Nacht. Urplötzlich dann – vermutlich durch einen Song – endzeitliche Bilder im Kopf und das Verlangen sicherlich zu klischeehaften Text zu schreiben. Direkt beiseite gewischt durch das tote Reh vor der Autowerkstatt und dem Gedanken, wie ungerecht es doch ist, dass ich mir über allen möglichen Blödsinn Gedanken mache und dieses arme Vieh sich nie wieder welche machen wird.

Irgendwie komme ich dann im Büro an, die Fahrt eigentlich ein einziger Automatismus. Gefährlich, dumm, alltäglich. Hier dann auch den ganzen Tag wirre Gedanken und nichts zu tun, also nichts, das mich ablenkt. Wieder Bilder von nackten Frauen, nackten Männern bzw. bestimmten Teilen nackter Männer, Erektionen, die pinke Tangas ausbeulen oder viel zu kurze Röcke (als ob es zu kurze Röcke gäbe) heben, lachende Frauen und bin ich eigentlich der einzige, der es interessant findet, wie Stephen King in The Stand dieses Komitee beschreibt, das sich wie Könige benehmen könnte, es aber nicht möchte, und es dann in Die Arena mehr oder weniger zu genau solch einer Situation kommt? Vielleicht sollte ich eine SSD in meinen Laptop bauen, anstatt einen neuen zu kaufen. Wäre jedenfalls günstiger. Oh, mein Gehalt ist da. An Tagen wie heute könnte ich einen Keuchheitsgürtel gebrauchen. Wie sicherer ich eigentlich die Daten von der Retrobox, wenn ich die neue Version installieren will? Und wie bringe ich diese blöde Audienz, Ratssitzung oder was auch immer es ist, zu einem guten Abschluss, der mich in der Geschichte weiterbringt? Ich freue mich schon auf den Erdbeerkuchen. Danach geht’s zur Blutspende, hoffentlich ist diesmal alles okay. Ich kann ja mal im Reddit fragen. Vermutlich gibt es etwa sieben bis neun Dinge, über die ich mir Gedanken machen sollte, während ich hier sitze. Solche Tage sind auf ihre ganz eigene Art und Weise anstrengend.